Fragmente des alten Königreichs
Geschrieben von Raiger, Josephus, Lorion   
22.08.2008
 
Fragmente des alten Königreichs

  1. Die Herrschaft des Hofstaats
  2. Die Geburt von William Black
  3. Der Fall des Hofstaats
  4. Der Aufstieg Albions
  5. Der Untergang des Königreichs
  6. Dunkle Zeiten
  7. Das Ende der Welt
  8. Der Aufstieg Nostros
  9. Die Wiedergeburt Albions
10. Nostros Untergang
11. Nostros Tod
12. Die Folgezeit
 
 

1. Die Herrschaft des Hofstaats

Die Legende sagt, dass, als die Welt noch jung war, Albion ein friedliches Land voller Ruhe und Schönheit war. Dann jedoch kamen die Drei aus der Leere: der Ritter der Klingen, die Königin der Klingen und der Bube der Klingen (Messer Jack). Sie begehrten Albion und forderten, dass die Menschen sich ihnen unterwerfen.

Als die Menschen sich widersetzten, verbrannte der Hofstaat Albion, bis die Erde schwarz und der Himmel mit Rauch gefüllt war. Daraufhin forderten sie erneut Gehorsam, woraufhin das Volk Albions sich ein zweites Mal widersetzte. Zur Strafe hoben die Herrscher das Meer in den Himmel und überschwemmten die Welt.

Ein drittes Mal forderten sie, dass das Volk sie anbeten solle und sie versprachen Frieden und dem Elend ein Ende setzen. Jene, die überlebten, widersetzten sich erneut, woraufhin die Herrscher ihren Geist verwirrten, so dass Bruder gegen Bruder kämpfte, Eltern ihre Kinder verliessen und Freunde sich gegeneinander wendeten.

Letztendlich beugten sich die Menschen Albions dem Hofstaat und Sie und ihre Nachkommen schufteten, um Denkmäler für jene zu errichten, die aus der Leere kamen.


2. Die Geburt von William Black

In der Zeit, in der die Menschen noch unter der Grausamkeit des Hofstaats litten, bekamen ein bescheidener Schmied und seine Frau einen Jungen. Sie nannten ihn William Black und er sollte einst die Schlüsselfigur zur Rettung Albions werden.

Über Williams Jugend ist wenig bekannt, aber als erwachsener Mann verblüfft er andere mit der Macht seines Geistes, durch die er im Stande war sein Dorf zu schützen und Taten zu vollbringen, welche ein Dutzend Männer nicht hätten vollbringen können. Diese Taten wurden als die "Kraft des Willens" gefeiert.

William war davon besessen, den Hofstaat zu stürzen. Eines Nachts, während er in einem geheimnisvollen Buch etwas nachschlug, wurde er plötzlich in die Leere transportiert. Dort traf er auf Messer Jack, welcher auf einem Thron saß, der von grässlichen Gestalten umgeben war. Jack versuchte William mit der Macht eines verzierten Schwertes zu versklaven, aber William setzte sich zur Wehr und schaffte es das Schwert an sich zu bringen und mit ihm der Leere zu entfliehen.

Zurück in Albion, sprach das Schwert zu William. Es nannte sich selbst "Schwert der Ewigkeit" und es versprach William zu helfen, den Hofstaaat zu besiegen, jedoch nur wenn William ihm seine Seele schenkte.

Und so machte William sich zusammen mit dem Schwert der Ewigkeit auf den Weg, den Hofstaat zu finden.


3. Der Fall des Hofstaats

William erklomm die Spitze des Ruons, Albions höchstem Berg, und forderte den Hofstaat zum Kampf heraus. Der Ritter der Klingen erschien als erstes und mit Hilfe des Schwertes der Ewigkeit gelang es William ihn komplett zu vernichten.

Als nächster erschien Messer Jack und ein wilder Kampf entbrannte, an dessen Ende es William gelang Jacks Körper zu zerschmettern. Manch einer sagt jedoch das Jack nicht gänzlich vernichtet wurde und seine Seele es schaffte zurück in die Leere zu fliehen.

Die Königin der Klingen trat ihm als Letzte entgegen. Ihr Kampf tobte über Wochen durch ganz Albion und durch ihre gewaltigen Schläge formten sich Täler und erhoben sich Berge, bis es William schlussendlich gelang sie zu töten und so die Menschen Albions von ihrer Unterdrückung zu befreien. Sie feiert William, der nun den Titel Archon trug und machten ihn zu ihrem König.


4. Der Aufstieg Albions

Nachdem er den Hofstaat besiegt hatte, entschied der Archon sich Albion zu einem großen Königreich zu vereinen. Die Macht seines Willens war so immens, das es schien als ob die Welt sich nach seinen Wünschen formen würde. Ganze Städte wurden innerhalb von Wochen erbaut und fantastische Maschinen, betrieben alleine durch Willenskraft, wurden erschaffen. Im Laufe von tausend Jahren des Friedens, stieg Albion zum größten Zentrum der Wirtschaft und der Philosophie auf, das die Welt je gesehen hatte.

Aber ohne einen Feind, den es zu besiegen galt, wurden die Kinder des Archons gehässig und grausam. Sie nannten sich selbst Helden und nutzten die Macht des Willens, um die Menschen zu terrorisieren. Ein junger Archon hätte sie stoppen können, aber durch seinen Kampf mit der Königin und durch den Aufenthalt in der Leere, waren Williams Körper und Geist von einer siechenden Krankheit befallen. Mit seinem eigenen Verfall konfrontiert, hüllte er seinen Körper in eine goldene Rüstung und einen königsblauen Umhang, bevor er verschwand.

Und so begann der Verfall des Königreichs.


5. Der Untergang des Königreichs

Als der Archon verschwand, verfiel Albion ins Chaos. Drei von vier Menschen wurden während der Kriege erschlagen oder starben an Krankheit oder Hunger, während die Nachfahren des Archons um die Macht wetteiferten.

Die neuen Machthaber waren weder so gütig noch so weise wie William und jeder neue Archon brachte aus Angst vor einem Putschversuch neue Tyrannei über Albion. Eine gewaltige Mauer wurde um die Stadt gebaut, um die Bürger drinnen und die Bestien und Unerwünschten draussen zu behalten.

Die Leibwächter des Königs, welche von Geburt an in Rüstungen eingeschlossen waren, setzten die harten Verordnungen durch: kein Bürger durfte nach Einbruch der Nacht sein Haus verlassen, jeder Bürger musste beim läuten der Alarmglocken erscheinen und jeder der sich dem Archon widersetzte, wurde mitsamt seiner Familie erschlagen. Die Menschen erlebten diese Grausamkeiten hinter Masken, die einerseits ihren Status in der Gesellschaft symbolisierten und andererseits ihre Furcht verbargen.

Als das Königreich sein größtes Ausmaß erreicht hatte, beschloss der Archon einen immensen Turm zu erreichten, der die Willenskraft bündeln sollte. Just in dem Augenblick, in dem der Turm vollendet war, erstrahlte der Himmel plötzlich in einem grellen Licht und ganz Albion wurde durch ein beben erschüttert. Am nächsten Morgen war der Turm verschwunden, das alte Königreich lag in Trümmern und all seine Bürger waren verschwunden... mit Ausnahme von denen die ausserhalb der Mauern gelebt hatten.


6. Dunkle Zeiten

Nach dem Untergang des alten Königreichs, fielen die wenigen Dörfer, die die Zerstörung des Turms überstanden hatten, in Isolation. Entfernung schafft Argwohn, welcher in einem Blutvergießen endete. Die Dorfbewohner kämpften um Essen, Grundstücke, Vieh und um sauberes Wasser. Bald kämpften sie sogar um Frauen in gebärfähigem Alter.

Söldner verkauften ihre Schwerter an den Höchstbietenden und kämpften eine Reihe unbedeutender Plänkeleien. Wenn den Söldnern die Preise nicht gefielen, die sie für ihre Dienste angeboten bekamen, bedrohten sie die Dorfbewohner, um mehr Geld zu bekommen.

Doch dies waren noch nicht die dunkelsten Zeiten die Albion erleben sollte. Die Brachlandkriege, eine Epoche der Finsternis und des Blutes, würden Albion bis an den Rand der totalen Vernichtung führen. 


7. Das Ende der Welt

Menschliche Aasfresser durchstöberten die Ruinen des alten Königreiches. Sie verstanden nicht, was sie fanden, und unbezahlbare Artefakte wurden beiseitegeworfen oder als wertloser Schmuck gehandelt. Letzendlich wuchsen Wälder über die Ruinen, und es war so, als hätte es das reiche Erbe Alt-Albions nie gegeben. Die Bevölkerung schrumpfte zusammen, und jene, die überlebten, erwachten jeden Tag in einer dunkleren Welt.

Es schien keinen sicheren Zufluchtsort mehr zu geben und die Hoffnung schwand, als Räuber ungestraft stahlen und töteten. Die Menschen durchkämmten, vom Hunger getrieben, das Land nach Essbaren und frischem Wasser, doch im Laufe der Jahre fanden sie immer weniger und verrückte Propheten predigten, dass das Ende der Welt bevorstand.

Doch eines Tages erschien aus dem Osten Hoffnung in seiner unerwartetsten Form. Ein Räuber und Söldner namens Nostro tauchte auf, welcher verprach, Frieden und Wohlstand nach Albion zu bringen.


8. Der Aufstieg Nostros

In seiner Jugend war Nostro ein Räuber und Söldner, angetrieben von dem Bestreben in der Welt seine Spuren zu hinterlassen. Er besass zwar einen Sinn für Anstand, schöpfte jedoch nie sein volles Potenzial aus, bis zu dem Tag an dem er einen weisen alten Mann namens Schnitter traf. Schnitter war ein Schatten seiner selbst, verwelkt und ernst. Er trug ein verziertes Schwert und war in einen blauen, zerlumpten Mantel gehüllt, der eine zerschlagene, goldene Rüstung verdeckte. Er erschien scheinbar aus dem Nichts und hatte ein tief greifendes Interesse in Nostro.

Schnitter sah in Nostro etwas mehr, als nur einen Banditen. Er fühlte, dass Nostro unwissend die Kraft besaß, die in allen Nachfahren des Archons innewohnte. Schnitter brütete einen Plan aus: Wenn er Nostro richtig leiten würde, könnte dieser Räuber große Dinge erreichen. Er könnte sogar Albion einigen, und den Schaden - angerichtet von dem ersten Archon und seinen Kindern, ungeschehen machen.

Und so begann Schnitter Nostro zu unterrichten, um aus ihm einen Führer der Menschen zu machen.


9. Die Wiedergeburt Albions

Den Rat Schnitterss befolgend, machte sich Nostro daran, Sicherheit und Wohlstand zurück nach Albion zu bringen.

Als erstes sammelte er Männer und Frauen überall in Albion und gründete eine Gilde, in der sie trainieren konnten, um wahre Helden zu werden. Inzwischen unterrichtete Schnitter Nostro in den Künsten der Willenskraft. Seine neuentdeckte Kraft nutzend - einhergehend mit Schnitters weisen Ratschlägen - sammelte Nostro eine Armee und erzwang Frieden unter den sich bekriegenden Menschen Albions.

Für kurze Zeit schien es so, als könnte Albion zu seiner früheren Größe zurückkehren. Diese Hoffnungen waren jedoch vergebens.


10. Nostros Untergang

Während die Gilde Gestalt annahm, beauftragte Nostro einige andere große Werke. Eines war die Witchwoodarena, gedacht als Örtlichkeit, in der jeder seine Streitigkeiten öffentlich austragen konnte. Zur selben Zeit schmiedeten Nostros Schmiede ein Schwert, bekannt als "Avos Träne", basierend auf den Berichten über das "Schwert der Ewigkeit", welches zeitgleich mit dem Verschwinden des ersten Archons verloren gegangen war.

Trotz Schnitters Lehren, fiel Nostro zunehmend unter den Einfluss einer machthungrigen Kurtisane namens Magdalena. Mit der Zeit verdarb sie Nostro, bis zu dem Punkt, an dem die Arena zu einem Ausgangspunkt populärer Unterhaltung verkam und die Heldengilde nichts anderes wurde, als ein Haus von Söldnern, getrieben von der Gier nach Profit und Ruhm.

Diese Entwicklungen widerten Schnitter an, der nur zusehen konnte, wie Nostro und die Gilde sich immer mehr mit Schande bedeckten. Schlussendlich verschwand er und überließ Nostro seinem Schicksal.


11. Nostros Tod

Als sein Leben sich seinem Ende näherte, erkannte Nostro schließlich wie sehr ihn die Macht verdorben hatte und dass er die Ideale seiner Jugend verraten hatte. Zum Zeitpunkt dieser Erkenntnis hatten ihn jedoch schon seine Gefolgsleute und sogar seine Frau längst verlassen. Einsam und verlassen, war er eine leichte Beute für einen Attentäter, der sein Essen vergiftete.

Nostro wusste, dass er sterben würde. Er rief nach Schnitter und sein alter Mentor kam, um in Nostros letzten Stunden Totenwache an seiner Seite zu halten. Seine Taten bereuend, erinnerte Schnitter ihn an all die guten Dinge die er getan hatte und so, letztendlich im reinen mit sich selbst, verstarb Nostro mit den ersten Sonnenstrahlen im Morgengrauen.

Schnitter verschwand kurz darauf. Manche sagen, dass er - bis zum heutigen Tag - alleine durch Albion wandert, auf der Suche nach jemand anderen, der die Krat besitzt, Albion zu seiner alten Größe zu verhelfen.


12. Die Folgezeit

Nach Nostros Tod wuchs und gedieh Albion weiterhin, genauso wie die Heldengilde.

Die Gilde kam unter die Führung von Nachkommen von Willenskraftnutzern, deren Absichten von gutherzig bis grausam reichten. Die Gilde an sich, hielt sich an einen einfachen Kodex: vollende die Aufgabe wie vorgegeben, frage im Vorraus nach Bezahlung und halte dich an die hiesigen Gesetze, es sei denn, der Held erfüllt gerade eine Aufgabe. Helden, welche die Gilde absolvierten, wurden von der Bevölkerung, der sie dienten, wechselnd bewundert oder gefürchtet.

Was Magdalena betrifft, so heiratete sie reihenweise Ehemänner. Ihre Kinder nutzten die Verbindung der Mutter zu Nostro, um eine Erbfolge einzuführen und die Macht über Bowerstone zu sichern.

 
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